2014-05-11 behlauAm Samstag, dem 10.05.14 fand in Husum die Deutsche Meisterschaft im 100km-Lauf statt. Zum Starterfeld gehörte auch Markus Behlau, der mich im März diesen Jahres einweihte, welchen Zweck seine Trainingswochen mit 6 Einheiten haben sollen. Markus' Vorbereitung auf seinen ersten Hunderter lief gut an; als Generalprobe stand im Training ein 60 km-Lauf auf dem Plan, den er verletzungsfrei durchlief.

Je näher der Wettkampftag rückte, desto mehr war ihm seine Nervosität anzumerken. Die Wetteraussichten für den Wettkampftag verhießen in Husum nichts Gutes. Windstärke 6, Regen.
Bei der zu absolvierenden Runde handelt es sich um eine 5km lange Pendelstrecke unmittelbar hinter dem Deich am Meer, wobei einmal der Deich von beiden Seiten überquert werden musste. 16 Höhenmeter sind nicht einfach, bei dem enormen Gegenwind. In jeder Runde wurde dann eine Schleife vorbei an den selbst eingerichteten Verpflegungsständen gelaufen. 
Schon Donnerstags mit Bianca angereist, rief er mich mit den Worten an, sich am liebsten wegen der Wetterverhältnisse auf den Marathon ummelden zu wollen.
Um Markus zu überraschen setzte ich mich Freitag nachts ins Auto und fuhr nach Husum, um unseren Shootingstar zu unterstützen. Ich wollte mich für den Marathon in Husum anmelden, der auf gleicher Strecke wie der 100er zwei Stunden später gestartet wurde um Markus so unterstützend zu begleiten und anschließend anzufeuern.
Diese Blitzidee hatte ich schon auf der Nachtfahrt bereut...ich musste mehrere Rastplätze anfahren, um mich fit zu halten und ab Hamburg kübelte es um 4 Uhr morgens wie aus Eimern. Morgens um 5:30 Uhr in Husum am Startbereich angekommen wartete ich also auf Markus und Bianca, die für seine Verpflegung verantwortlich war. Der Regen hatte zwischenzeitlich aufgehört, aber der Wind war ordentlich.
Insgesamt waren 12 Marathonis am Start, 79 Starter für die 100 km und noch 14 10x10km-Staffeln gemeldet. Eine übersichtliche Veranstaltung, mit Zuschauern, die vermutlich nur aus Teams der einzelnen Läufer bestand. Meine Überraschung spontan anzureisen war jedenfalls gelungen, als ich Markus um 6.30 Uhr im Startbereich traf. Um 7 Uhr morgens erfolgte dann der Startschuss für die 100 km-Läuferinnen und Läufer. Die Pace, die Markus halten wollte lag zwischen 5:10 und 5:20 pro KM, um noch unter 9 Stunden ins Ziel zu laufen.

Hoch gesteckte Ziele für den Ersttäter bei einem 100er.
Um 8 Uhr wurde der Start für die Staffelläufer freigegeben und um 9 Uhr ging es dann auch für mich beim Marathon los. In der zweiten Runde der Pendelstrecke bei KM 6 hinter der Wendeschleife lief Markus ca 300m hinter mir. Ich legte eine Gehpause ein, ließ ihn aufschließen und begleitete ihn letztlich 36 km. Ich versuchte ihm so oft wie möglich Windschatten auf den Gegenwindpassagen zu bieten, immer das Tempo zwischen 5:10-5:20 min im Blick. Als ich dann nach meinem Marathon ins Ziel ging, lagen vor Markus immerhin noch 7 Runden von je 5km. Bei KM 80 lag Markus bei 6:56 Stunden. Also noch 2 Stunden Zeit, um die letzten 20 km abzureißen. Die Beine hielten ohne zu krampfen. Bemerkenswert vor allem, dass Markus lediglich zu einem Dixi-Klo-Besuch und zwei Pinkelpausen den Lauf unterbrach und ansonsten durchlief. Nach jeder Runde wurde sein Gesichtsausdruck ernster die High-Five-Getränke wurden von den Mischungen stärker. Neben dem starken Wind setzte dann noch bei KM 95 Regen ein.

2014-05-11 behlau2Letztlich lief Markus Behlau in 8:51:02 Stunden nach 100 km als 21. in der Gesamtwertung über die Ziellinie. Eine unglaubliche Leistung und ein gelaufener Gesamtschnitt von 5:17 min/km, der hinter der Ziellinie mit einer Sektdusche und ordentlich Bier im Anschluss zusammen gefeiert wurde. Nochmals herzlichen Glückwunsch zu Deiner grandiosen Leistung und gute Erholung!

Marc Krobok