2014 10 16 thomsaG










Songext: Stefan Waggershausen
Das 1.Mal tats noch weh (mein 1.Marathon, 2013)
beim 2.Mal nicht mehr so sehr (mein 2.Marathon, 2014)
und heut' weiß ich daran stirbt man nicht mehr (mein 3.Marathon, 2014)

Nachdem ich mein Ziel von unter 3:30 Std. in Duisburg um anderthalb Minuten verpasst hatte, sollte die magische Grenze in Essen endlich fallen. Ist ja eine der schnellsten Marathonstrecken überhaupt,
sagt man. Is auch so. Und schön isse auch!

Nach meinem Debütantenjahr 2013 war mir nach Duisburg 2014 schnell klar: Dieses Jahr läufst du mal 2 Marathons in einem Jahr. Also ließ ich das Training nicht schleifen. Die langen Läufe musste ich zwar alleine machen, aber auch das ging überraschenderweise gut. Die harten Tempoeinheiten gehören ja mittlerweile zum Standard. Um ehrlich zu sein, fühlte ich mich nicht zu 100% fit für einen Marathon (Wacken und 1-2 Männerwochenenden hatten doch an meiner Fitness gekratzt). Der Knackpunkt kam dann aber ausgerechnet im letzten Tempotraining (2x 5000 Regatta). Da lief die 2.Runde deutlich besser und schneller als die 1., was eigentlich ungewöhnlich für mich war. Also ging es voller Vorfreude aber auch Aufregung Sonntag früh zum See, den ich aber erstmal suchen musste. 2014 10 16 seeAlles voller Nebel! Da es erst 7:30 Uhr war (!), ging ich erstmal gemütlich aufs Klo und schlenderte schon mal zum Ziel. Da ich ganz alleine war, hatte es schon was von "Franz Beckenbauer 1990". Zurück zum Auto und noch ein bisschen Metal auf die Ohren, als Einstimmung. Dann der Check: Gels sind da, Chip am Schuh, die Nummer am Trikot, die Uhr am Handgelenk...SCHEISSE! Die Uhr hatte ich Zuhause vergessen! Also nochmal ab nach Hause und die Uhr holen! Zeit genug war ja noch, nur musste ich meinen geilen Parkplatz direkt am Ziel aufgeben.
Geschenkt.

Nach noch nicht einmal 1 Stunde war ich auch schon zurück und trottete zum Start, wo auch schon direkt auf Thomas G. (der andere Thomas G.) und Anette mit Mann Peter antraf. Nach sehr kurzer Einlaufphase gings an Start und mit Hady als Brems-und Zugläufer für 3:29 los. Adam hatte sich auch dazu gesellt. Das Anette heute was deutlich schnelleres vor hatte, sah man schon nach einigen Kilometern, weil man sie eben nicht mehr sah. "Die ist weg", da waren Adam und ich uns einig.

Nach KM10 hatte ich ein gutes Gefühl und auch schon den 1.LCler gesehen (Thorsten E.) gesichtet. Die Schleife nach der Brücke war zwar etwas eintönig, aber gut machbar. Dann kam schon der Halbmarathon und kurz danach viele LCler (Elke, Kathrin, Sonja&Marcus), die ordentlich Rabatz machten. Bei mir lief alles sehr gut soweit und ich wartete eigentlich nur auf den Mann mit dem Hammer, der bei mir ja "erfahrungsgemäß" bei ca. KM33 ordentlich anklopft.

Bei KM 30 fing Adam an, leicht auszureißen und ich dachte schon: Jetzt ist der auch noch weg! Aber er musste nur an den Baum und reihte sich danach wieder brav bei uns ein. Einige KM vor der 2.Überquerung der Brücke trat er dann aber wirklich ernsthaft die Flucht nach vorne an. Ich hielt mich voller Respekt vor dem Hammermann aber immer noch zurück. Bis zur Brücke. Da spürte ich dann die Wirkung des 4.Gels und des harten Trainings. Wir waren so gut in der Zeit, dass mit den 3:30 Std. eigentlich nichts mehr schiefgehen konnte. Warum also nicht aus einem tollen Lauf einen großartigen Lauf machen? So wurde ich immer schneller...4:55er Pace...4:50...4:45 und als ich dann sogar noch Adam einholen konnte und er mir nur ein "wenn du kannst dann hau ab!" mitgab, gings sogar noch in den Bereich von 4:35! Nach und nach überholte ich Marathonis und Staffelläufer! Statt Schmerzen und "das Ding nur noch irgendwie ins Ziel bringen" kam ein Gefühl von richtiger Lauf-Euphorie auf! Die letzten 8KM können ja richtig Spaß machen.

Als ich die letzte Uhr bei KM40 sah und diese 3:15 Std. anzeigte, da musste ich nicht mehr viel rechnen! Das wird ne 3:25 Std.!!! Erste Gänsehaut zeigte sich. Und als ich dann im Zielbereich die ganzen LCler beim Ausflippen sah, bestand mein Körper nur noch aus Gänsehaut! Auf der Zielgeraden dann noch einen Staffelläufer überholt (wovon sind die eigentlich so kaputt?) und endlich im Ziel. Wobei ich auch noch hätte weiterlaufen können...soviel Spass hatte ich in den Backen. 2014 10 16 thomas2Da es im Ziel aber recht eng wurde hörte ich mit Laufen auf nahm mir erstmal 3-4 Bierchen und feierte mit den LClern ab.

Das dies mein bester Lauf in meiner noch jungen Läuferkariere war, ist klar. Aber nicht nur die Zeit war dabei entscheidend, sondern wie ich mich während des Laufs und vor allem am Ende gefühlt habe. Zu keinem Zeitpunkt musste ich mich so richtig quälen und wenn ich ehrlich bin wäre am Ende war sogar noch mehr drin gewesen. Aber man muss ja noch Ziele haben...

Thomas G.