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Die Zeit vergeht nicht schneller als früher, aber wir laufen eiliger an ihr vorbei... (George Orwell)

Der 6-Stunden-Lauf von Münster... oder: wenn das Jahr schleppend beginnt kommste irgendwann trotzdem in Fahrt... herzlich Willkommen 2015!

Nachdem der Saisonabschluss 2014 nach einem tollen tollen Jahr mit vielen tollen Läufen, zwei hart erkämpften Hundertern, einem spontanen Ultra-Triple mit dem lieben Norbert, persönlichen Bestzeiten, privaten und sportlichen Höhenflügen und vielen genussvollen Kilometern mit lieben, lieben Begleitern an meiner Seite leider arg kränklich und mit viel Zwangs-Laufpausen im Dezember eher spärlich ausfiel, wollte ich direkt im Januar "auf zu neuen Zielen" und wieder möglichst schnell an die guten alten Zeiten anknüpfen... Denkste! Datt war leider nix....
Im Januar erst mal ne Woche Skifahrn an....herrlich, aber keinen einzigen Kilometer auffe Uhr....danach schön die zweite dicke Bronchitis innerhalb kürzester Zeit und zwangsweise Absage der Pulheim-Staffel mit den Mädels ....dann der Mega-Überraschungs-Tripp mit meinen Mädels nach New York...und siehe da.... yeahyeahyeah....die ersten spärlichen täglichen Kilometer (sechs Uhr morgens im Central Park) gesammelt! Ein absoluter TRAUM!!!!
Nach New York Riesen-Jetlag, aber....das Laufen wurde so langsam wieder "Bestandteil" der Wochen-und Freizeitgestaltung... Der Marathonkurs und Hamburg sowie Duisburg nun voll im Focus....
Ende Januar dann der erste Lauf - 10 km WLS....und ganz ehrlich: SCHLIMMER hätte das Laufjahr nicht starten können ... oha....meine Fresse war ich bedient!
Fazit: höher schneller weiter geht nicht immer, orientiere dich nie am Vorjahr und gestehe dir einen Trainingsrückstand ruhig mal ein...
Schlüsselwörter: RENNEINTEILUNG!!! SELBSTEINSCHÄTZUNG!!! RESPEKT!!!
Boah....die ersten zwei Kilometer nahezu geflogen, ab drei bis etwa sieben über ne (erste) Gehpause nachgedacht und bei 8,5 der Gedanke: ich häng den Laufsport an den Nagel. Basta!
Ich sach ma.... ALLET FALSCH GEMACHT!
Der 15-er schon besser, vollkommen andere Zielsetzung, lockeres Rennen mit akzeptabler Zeit....und den Lauf gefühlt juuuut eingeteilt. Lächeln ging sogar wieder!
Der Marathonkurs voll im Plan - Hamburg auch - mit jeweils ein paar zusätzlichen Kilometern samstags vorweg.
Yes!!!! ICH BIN WIEDER DA!
Sogar den Achilles-Laufkalender hab ich mir vor drei Wochen noch schnell gekauft...denn so langsam lohnt es sich wieder, die Kilometer zu notieren...
Gestern ging es dann mit reichlich Respekt im Gepäck nach Münster. 6 Stunden durchzulaufen war mein Ziel! Oha....ein bisschen bekloppt ist das schon...
Im Hinterkopf die Schlüsselwörter:
RENNEINTEILUNG!!! SELBSTEINSCHÄTZUNG!!! RESPEKT!!!
Während ich im letzten Jahr optimistisch und sehr gut trainiert an den Start gegangen war und mit 57,5 km im Gepäck überaus zufrieden heim fuhr, rechnete ich bei meinem jetzigen Trainingsstand mit ALLEM - .... listen and repeat: RENNEINTEILUNG!!! SELBSTEINSCHÄTZUNG!!! RESPEKT!!!
Demnach hatte ich vor, einfach locker zu laufen....möglichst einen Marathon, am liebsten Richtung 50 - alles drüber.... reine Kür und ein Geschenk!
Um 10 Uhr starteten ca. 300 Bekloppte auf den 2,5 km langen bzw. kurzen Rundkurs auf einem Kasernengelände... Schwierigkeit hier... ca. 900 Meter mit trailigem Charakter ....Mega-schmaler Weg über Rindenmulch, Wurzeln und (ich übertreibe) knietiefem Matsch.... Gaaaaanz schöööön anstrengend und das jede Runde...bäääh...
Die ersten 20 Kilometer lief ich quasselnd und lachend mit Carsten, Dirk und Mario gemeinsam....natürlich viel zu schnell...aber sehr unterhaltsam...
Danach wurde es Zeit, mich in meinen ganz persönlichen Tunnel zu laufen. 1 Stunde war es noch trocken bei 4 Grad, danach (die letzten 3 Stunden) Regen und gefühlte minus 2 Grad....zumindest an den Händen.
Schon kurios....man läuft und läuft und läuft....und um ehrlich zu sein, kann ich mich nicht erinnern über irgendetwas konkret nachgedacht zu haben... Musik hatte ich zwar in der Tasche, wäre aber irgendwie eher störend gewesen...
Schön war es Adam (und später) Guido mehrfach während der Verpflegungspausen zu sehen....
Nach etwa 4:15...yeah....Marathon check, Minimalziel erreicht....danach "nur noch"... Kilometer fressen....und auf in Richtung 50....
Bei Kilometer 50 war klar....jetzt ist wirklich nur noch "genießen" angesagt...und während ich anfangs überlegt hatte, bei 50 einfach Schluss zu machen und in Ruhe zu duschen, war klar: 1-2 Runden geht noch. Lt Adam und Guido sollten es dann aber miiiindestens 2 werden und Adam merkte im gleichen Atemzug etwas "fordernd" an: drei könnteste auch noch schaffen. Hääää???
Naaaaaa juuuut....irgendwann packt einen ja doch der Ehrgeiz. Ich bin also bis zum Ertönen der Sirene tapfer durchgelaufen und habe etwa 56,5 km erlaufen.... Das nenn ich mal Motivation für alles, was 2015 noch so kommen mag.  Ich hab gestern viel Selbstbewusstsein getankt, hatte einen wundervollen Lauftag mit tollen Leuten um mich herum und habe schon wieder was gelernt: Rückschläge gehören dazu und machen unterm Strich stärker. Am Ende ist die Ente fett...

Ich bin froh, gefühlt wieder auf Kurs zu sein und freue mich seeeehr auf Hamburg mit meinen lieben lieben LClern.... Nachdem ich letztes Jahr in Hamburg auf der zweiten Hälfte voll abgeschmiert bin, nehme ich mir vor, es dieses Jahr besser zu machen und vielleicht vielleicht eine neue Bestzeit zu erlaufen. Schön wär's.... Ich sach ma: ALL IN OR NOTHING. Wir rocken das schon....

GLÜCK auf!

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